Was tun bei trockenen, brennenden Augen - 6 Hausmittel und Tipps eines Betroffenen

Leben
von Gerhard Petermeir
Veröffentlicht am: 02.07.2021 14:17, zuletzt aktualisiert am: 02.07.2021 14:20

Was tun bei trockenen, brennenden Augen - 6 Hausmittel und Tipps eines Betroffenen

Trockene Augen sind ein Fluch. Als IT-Dienstleister sitze ich tagtäglich vor dem Bildschirm und blinzle wahrscheinlich viel zu wenig. Gleichzeitig ist mein linkes Augenlid etwas „locker“ und generiert zwar genug Tränenflüssigkeit aber das Lid produziert einen nicht ausreichend oder minderwertigen Ölfilm. Die Meibom-Drüsen funktionieren nicht richtig oder sind häufig verstopft. Als jahrelang Leidender mit viel unfreiwilliger Erfahrung möchte ich meine besten Tipps und Hausmittel hier zusammenfassen.

Zuerst aber eine kleine Warnung. Das nachfolgende enthält Hausmittel und Tipps, die mir persönlich geholfen haben. Unabdingbar ist allerdings eine individuelle medizinische Abklärung. Möglicherweise haben eure brennenden oder trockenen Augen eine andere Ursache. Der Weg zum Arzt ist also immer der erste Schritt und alle Hausmittel hier verwendet ihr auf eigene Verantwortung. Ich entziehe mich jede Verantwortung. Ihr müsst ja nicht jeden Blödsinn machen, der im Internet steht.

Ursachen für trockene Augen

Soweit ich es gerlent habe, gibt es zwei grundlegende Ursachen, warum sich das Auge trocken und daher manchmal auch brennend anfühlt. Entweder wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert - oder - wie bei mir, ist zwar mehr als ausreichend Tränenflüssigkeit vorhanden, aber der Ölfilm ist falsch zusammengesetzt oder die Öldrüsen sind verstopft. Diese Meibom-Drüsen sitzen sowohl am oberen als auch am unteren Augenlid und sollen eigentlich mit jedem Blinzeln eine kleine Menge Schmiermittel ins Auge ablassen. So wird verhindert, dass die eigentliche Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. Fehlt ausreichend Öl, trocknet das Auge innerhalb weniger Sekunden aus. Da wir aber gerade beim Lesen (am Computerbildschirm) weniger häufig blinzeln, hat das Auge dann eine große trockene dauert zu überstehen.

Ob ausreichend Tränenflüssigkeit vorhanden ist, stellt der Arzt mittels Schirmer Test fest. Im Folgenden behandle ich aber nur noch das letztere Thema, also Tipps zur Verbesserung Ölfilm und der Maibomdrüsenfunktion.

Hausmittel und Tipps

In die Ferne starren & tägliche Augenübungen

Der erste Tipp ist schon mal ganz kostenlos und meist auch einfach möglich. Einfach mal in die Ferne starren. Wenn meine Augen besonders trocken sind, dann sind sie oft gar nicht mehr gewöhnt, in die Ferne zu starren und können nur schwer in die Weite Scharfstellen. Zum Üben halte ich mir regelmäßig ein Auge zu und sehe abwechselnd auf meine Nase, auf meinen ausgestreckten Zeigefinger und dann in die Ferne, z.B. auf ein Verkehrsschild. Auch Augenrollen, links und rechts schauen, hoch und runter und diagonal schauen sind gut Augenübungen. Anstatt immer nur geradeaus auf den Bildschirm zu starren, rollt der gewölbte Augapfel so den Lidrand entlang und massiert somit die Meibom-Drüsen.

Augenlider wärmen

Auch dieses Hausmittel gegen trockene Augen ist gratis bis ganz günstig umzusetzen. Das Problem mit dem Öl in den Meibom-Drüsen, ist, dass es bei entsprechend schlechter Qualität stocken kann. Das ist wie Olivenöl im Kühlschrank, es wird hart. Oftmals wird dies von einem Fremdkörpergefühl im Auge begleitet. Eine sanfte Wärmeanwendung kann das Fett im Augenlid wieder verflüssigen und die verstopfte Drüse kann wieder sekretieren. Das Auge wird wieder geschmiert.

Das beginnt schon beim morgendlichen Gesichtwaschen. Sanft mit warmem Wasser waschen. Auch einen sonnigen Tag kann man nutzen, indem die geschlossenen Augenlider vorsichtig gegen die Sonne hält. Eine weitere Möglichkeit sind warme Auflagen. Ein warmes Kissen, Tuch oder eine spezielle Wärmemaske für die Augen können das Öl so lange erwärmen, bis es wieder flüssig wird. Und zu guter Letzt probiere ich gerade Schlafmasken aus. Meine Theorie ist, dass die Augenlider dadurch zumindest in der Nacht warm gehalten werden und so in der Früh gut sekretieren können.

Lidrandhygiene und Lidmassage

Besonders wenn ich Fremdkörpergefühl im Auge verspüre, heißt das, dass die Lidränder verstopft sind. Um diese Verstopfung zu beheben, fahre ich mit einem Wattestäbchen sanft und vorsichtig den oberen und unteren Lidrand entlang. Ja, das ist etwas [strike] gewöhnungsbedürftig. Das Wattestäbchen tropfe ich mit etwas Blephacura Lidhygiene Supsension ein. Damit entferne ich oberste Schicht, quasi die Kruste, um die Drüsenausgänge wieder freilegen.

Das kombiniere ich mit einer kleinen Lidmassage. Dazu gebe ich ein paar Tropfen Blephacura auf ein Wattepad und fahre die geschlossenen Augenlider entlang, ähnlich dem Vorgang beim Abschminken von Kosmetik. Angeblich soll auch schwarzer Tee (anstatt der Blephacura Tropfen) eine positive Wirkung haben. Probiert habe ich es noch nie. Auch Käsepappeltee soll gut funktionieren. Auf keinen Fall aber Kamillentee, dieser reizt die Augen. Auch die fertigen Lidhygienetücher scheinen wir viel zu teuer und ich sehe keinen Vorteil zum Wattepad. Zwischendurch führe ich mit den Fingern immer wieder eine sanfte Lidmassage durch, indem ich die Finger auf die Augenlider legen und in sanften Massagebewegungen in Richtung Lidrand drücke. 

Wertvolle Öle einnehmen

Die Studienlage zu Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren [Efficacy of Omega-3 Fatty Acid Supplementation for Treatment of Dry Eye Disease: A Meta-Analysis, Efficacy of nutritional supplementation with omega-3 and omega-6 fatty acids in dry eye syndrome] in Zusammenhang mit trockenen Augen ist mittlerweile gut belegt. Fischöl, Leinsamenöl, Walnussöl aber auch einfaches Olivenöl wird gerne empfohlen. Einmal täglich 1 Esslöffel. Ich nehme es einfach nach dem Frühstück zu mir.

Eine Brille (ohne Dioptrien/mit „Fensterglas“) verwenden

Die Idee meines Augenarztes, einfach eine Brille zu tragen, war sicherlich mein beruflicher Lebensretter. Die Idee ist einfach: etwas Glas vor dem Auge schafft ein leicht feuchteres Klima und verlangsamt so das Austrocknen etwas. Es war zwar beim Optiker eine etwas seltsame Anfrage. Nach einer kurzen Erklärung hat der es allerdings verstanden und mir prompt eine Brille mit 0 Dioptrien Glas machen lassen. Beim Fernsehen oder bei der Arbeit am Computer ist diese dauerhaft auf. 

Eine tägliche Routine aneignen

Hier kommt der eigene Schweinehund zum tragen. Alle Tipps, Anleitungen und Hausmittel helfen nichts, wenn man sie nicht durchführt. So habe ich mir meine tägliche Routine zusammengelegt.

  1. Nach dem Aufstehen erst mal das Gesicht warm waschen,
  2. Lidrandhygiene durchführen,
  3. Augenmassage durchführen und
  4. eine Wärmebrille auflegen.
  5. Nach dem Frühstück gibt es dann abwechselnd etwas Fischöl, Leinsamenöl, Walnussöl oder Olivenöl.
  6. Sobald ich mich zum Computer setze, kommt die Brille auf die Nase.
  7. In regelmäßigen Pausen schaue ich in die Ferne und mache Augenübungen.

Auch wenn ich es nicht explizit erwähnt habe, ein Wasserkrug steht immer bereit, damit ich ausreichend trinke. Viel Wasser trinken hilft ja  sowieso gegen alles, stimmt's 😅? Dazu kommen Pausen, Sport, Yoga, tägliche Spaziergang und eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Gesund sein ist anstrengend, hmm 🤔? 

Bei Bedarf zwischendurch aber auch immer wieder hochwertige und ölige Augentropfen (in Absprache mit dem Augenarzt) eintropfen.

Mit diesen Hausmitteln habe ich eigentlich meine trockenen Augen ziemlich im Griff. Leider gibt es, wie so oft, gute und schlechte Phasen. Besonders im frühen Sommer scheint es bei mir immer schlechter zu werden. Eigentlich absurd, da das feuchte warme Wetter beginnt. Die kalte trockene Luft im Winter macht meinen Augen hingegen weniger aus. Seltsam. Aber was soll's. Viel Glück mit euren trockenen Augen! Und sprecht euch im Zweifel immer mit eurem Augenarzt ab!



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